Die FußballKultur-Abende in Regensburg mit Lesungen, Filmen und musikalischen Einlagen sind zurück!

Heute Abend von 20:00 bis 22:00 Uhr hält der Journalist Ronny Blaschke in den Kinos im Andreasstadel einen Vortrag darüber, wie Rechtsextreme das Verständnis von Demokratie und Toleranz im Fußball nachhaltig schädigen. In seinem Buch „Angriff von Rechtsaußen“ lässt er Neonazis und Gegen-Aktivisten zu Wort kommen. Die NPD wirbt in Fanszenen Mitglieder und schöpft Wählerstimmen. Auf Amateurebene gewinnen ihre Parteifunktionäre als Klubvertreter oder Schiedsrichter Akzeptanz in der Gesellschaft. Neonazis gründen Sportvereine, um Jugendliche an ihre Kameradschaften heranzuführen. Sie nutzen Turniere zur Vernetzung und zur Stärkung ihrer Gruppenidentität. Blaschke möchte in seinem Vortrag Wege beschreiben, wie man sich Diskriminierung frühzeitig entgegen stellen kann.

Ronny Blaschke, der als freier Autor u.a. für Die Zeit, die Süddeutsche Zeitung und das Deutschlandradio arbeitet, berichtet über die gesellschaftspolitischen Hintergründe des Sports. Er wurde bereits von der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur für das Fußballbuch des Jahres ausgezeichnet und löste eine intensive Debatte über Homophobie im Sport aus. Es wird also ein interessantes Event nicht nur für Fußballfans!

Hier der Link zur Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/527370367599978/

Der Eintritt (zur Kostendeckung) wird 7€/6€ betragen.

Ein weiteres Event – ebenfalls in den Kinos im Andreasstadel – wird am Montag, den 20. November um 20:30 Uhr stattfinden. Heimspiel und FußballKultur präsentieren Best of 11mm Shortkicks: Die schönsten Kurzfilme des 11mm Fußballfestivals.

HEIMSPIEL 9 – Das Programm I

In gut einem Monat, am 15. November, startet HEIMSPIEL 9.
Nachts, wenn der Teufel kam schiebt das Programm als ungewöhnlicher Opener an. Robert Siodmaks scharfer Blick auf das Dritte Reich schlägt die Brücke zwischen unterschiedlichen Sektionen des diesjährigen Festivals. Hauptdarsteller Mario Adorf, dem die diesjährige Hommage gewidmet ist, agiert gleichzeitig als einer der zentralen Gesprächspartner in Offene Wunde deutscher Film von Johannes F. Sievert und Dominik Graf. Zudem gehören er und Siodmak zu wichtigen Repräsentanten der historischen Sektion Deutscher Nachkriegsfilm – Kino der Ambivalenz.
Regisseure wie Helmut Käutner und Wolfgang Staudte gehören zu den großen Virtuosen der deutschen Kinematographie und zählen zu den prägenden Gesichtern eines facettenreichen, hochpolitischen Kinos, welches narrativ wie formal-ästhetisch sowohl dem dann folgenden als auch dem aktuellen Kino in nichts nachsteht.
Diskutiert wird dies unter anderem in der Kinolounge von Historiker Wolfgang Jacobsen (Deutsche Kinemathek Berlin) Filmwissenschaftler Herbert Schwaab (Regensburg/Salzburg) und Filmkritiker Michael Kienzl (critic.de, Berlin).
Ein weiterer Gast wird Dominik Graf sein, welcher zur Arbeit seines Vaters Robert Graf in Ottomar Dominicks Spielfilmdebüt Jonas die Fragen des Regensburger Publikums beantwortet.

Auch in der Sektion DEUTSCHE HIGHLIGHTS PLUS ist Graf vertreten und wird gemeinsam mit Johannes F. Sievert den zweiten Teil seiner filmischen Aufarbeitung der deutschen Kinooutsider, Offene Wunde deutscher Film, präsentieren. In der Tradition dieses couragierten, experimentierfreudigen und innovativen Kinos mit Mut zu Genreelementen stehen unter anderem Jan Speckenbachs Emanzipationsdrama Freiheit mit Johanna Wokalek, Anatol Schusters poetischer Luft und Jan Zabeils alternative Ménage á trois Drei Zinnen, die allesamt als Regensburg-Premieren zu sehen sein werden.

Noch deutlicher in die „offene Wunde“ greift der österreichische Retro-Slasher Die Hölle, den der oscaprämierte Regisseur Stefan Ruzowitzky gemeinsam mit Hauptdarstellerin Violetta Schurawlow vorstellt. Oliver Kienle und sein Team legen mit Die Vierhändige ebenfalls einen nervenzerrenden Psychothriller samt Tempogarantie vor; Regisseurin Nina Vukovic und Kultdarsteller Lars Rudolph schocken das Publikum mit Detour. Zu den vielen talentierten Nachwuchsregisseurinnen im HEIMSPIEL-Aufgebot zählen außerdem unter anderem Monja Art (Siebzehn) und Laura Lackmann (Zwei im falschen Film).

Die Österreicherin Barbara Albert (Licht) hingegen ist schon lange kein Geheimtipp mehr. Im Dokumentarfilmbereich setzt 6 Jahre, 7 Monate und 16 Tage neue Maßstäbe. Die Reflexion über Morde und Opfer des NSU von Sobo Swobodnik setzt sich auf so schlichte wie einfühlsame und brillante Weise mit den Taten, ihren Orten und Beteiligten auseinander. Der aus gesellschaftspolitischer und cineastischer Perspektive denkwürdige Beitrag ist Ausgangspunkt für eine kontroverse Podiumsdiskussion in der Kinolounge.

INTERNATIONALE HIGHLIGHTS kommen in diesem Jahr wieder aus den unterschiedlichsten geographischen und cinephilen Winkeln. HEIMSPIEL 9 präsentiert eine Vielfalt herausragender Autorenfilmer*innen unter anderem aus Südkorea, Japan, Großbritannien, Frankreich, Russland, Kanada und den USA. Zu den zahlreichen Regensburgpremieren zählen in diesem Jahr Filme wie Eliza Hittmans Sundance-Hit Beach Rats und der Cannes-Triumphator 120BPM von Robin Campillo oder die neue Welle des französischen-algerischen Kinos, zu der Julien Leclercqs Bracqueurs und Paris Prestige zählen. Als Center Piece fungiert dabei The Women who left, der neueste Geniestreich des philippinischen Meisterregisseurs Lav Diaz.

In der mittlerweile traditionellen Sub-Sektion Film meets Sound wird das expressionistische Filmkunstwerk Metropolis in einer Live-Vertonung des international erfolgreichen Trio Elf auf die Leinwand gebracht.

Hommage für Mario Adorf bei HEIMSPIEL 9

Wir freuen uns außerordentlich, den Ausnahmeschauspieler Mario Adorf mit unserer diesjährigen Hommage bei HEIMSPIEL 9 (15.-22.11) ehren zu dürfen!
Mario Adorfs so umfangreiche wie vielseitige Filmografie sucht ihresgleichen.
Unterschiedlichste Literaturadaptionen boten ihm die Möglichkeit, die Bandbreite seines Talents zu entfalten: In Gerd Oswalds Schachnovelle nach Stefan Zweig fordert er als Schachweltmeister das Gestapo-Opfer Werner von Basil (Curd Jürgens), im Kultwestern Winnetou erschießt er die Schwester des Apachenhäuptlings. In Faßbinders Lola schafft er mit dem Baulöwen Schuckert eine archetypische Nachkriegsfigur.
Spätestens seit den 80er Jahren prägt Adorf das deutsche Fernsehen und reiht dort Erfolg an Erfolg. Die Rolle als Patriarch in Der große Bellheim scheint ihm auf den Leib geschneidert.
In diversen Polizieschi, unter anderem den Klassikern Milano Kaliber 9 und Der Mafiaboß von Fernando Di Leo, überragt er als sein eigener Stuntman. Auch Giallo-Legende Dario Argento engagiert ihn.
Darüber hinaus agiert er in einer Vielzahl internationaler Großproduktion an der Seite weiterer Regiegroßmeister wie Sam Peckinpah (Sierra Charriba) und Liliana Cavani (Franziskus).
Die lange HEIMSPIEL-Woche beginnt mit dem persönlichen Durchbruch Mario Adorfs: Der Klassiker Nachts, wenn der Teufel kam von Robert Siodmak ist Eröffnungsfilm und gleichzeitig Klammer zur historischen Sektion Nachkriegsfilme: Kino der Ambivalenz.
Zudem zeigt HEIMSPIEL 9 in der Sektion Deutsche Highlights Plus den Dokumentarfilm Offene Wunde deutscher Film von Dominik Graf und Johannes F. Sievert, in dem Mario Adorf prominenter Gesprächspartner ist.
Ferner läuft im Rahmen der Hommage mit Deadlock ein Kultfilm des früheren HEIMSPIEL-Ehrengasts Roland Klick.